Ein Laufband für zu Hause: Worauf sollten Sie achten?
Mehr Bewegung, ohne dass es zusätzliche Zeit kostet. Das ist für viele Menschen der Grund, sich ein Laufband für zu Hause anzuschaffen. Die Wahl ist jedoch weniger einfach, als es scheint. Es gibt große Unterschiede bei Größe, Geschwindigkeit, Geräuschpegel und Bedienkomfort, und ein Laufband, das für die eine Person perfekt passt, steht der anderen vor allem im Weg. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es wirklich ankommt, damit Sie eine Wahl treffen, die zu Ihrem Zuhause, Ihrem Tagesablauf und Ihren Zielen passt.
Warum immer mehr Menschen zu Hause gehen
Die meisten Menschen wissen, dass tägliche Bewegung gut für sie ist. Die Umsetzung ist oft das Schwierige. Nach einem Arbeitstag, mit Kindern, Terminen und Einkäufen, fallen ein Spaziergang oder ein Besuch im Fitnessstudio schnell aus. Auch das Wetter spielt eine Rolle. Im Herbst und Winter ist die Hemmschwelle, nach draußen zu gehen, deutlich höher.
Ein Laufband zu Hause beseitigt einen Großteil dieser Hürden. Sie müssen nicht fahren, nichts planen und nicht auf besseres Wetter warten. Sie können beim Nachrichtenschauen, während eines Telefongesprächs oder bei der Arbeit gehen. Gerade diese kleinen Momente summieren sich. Wer jeden Tag eine halbe Stunde zusätzlich geht, merkt das oft schon bald an Energie, Schlaf und Kondition.
Legen Sie zunächst fest, wie Sie das Laufband nutzen werden
Bevor Sie sich die technischen Daten ansehen, hilft es, eine einfache Frage zu beantworten: Wofür werden Sie das Laufband hauptsächlich verwenden? Die Antwort bestimmt, welche Eigenschaften wichtig sind und welche weniger.
Beim Arbeiten gehen
Wenn Sie viel von zu Hause aus arbeiten, ist ein kompaktes Laufband unter einem Stehschreibtisch eine naheliegende Wahl. Eine Geschwindigkeit von bis zu etwa 6 Kilometern pro Stunde ist dann mehr als ausreichend. Wichtiger sind ein niedriger Geräuschpegel, ein flaches Design und ein ruhiger, gleichmäßiger Lauf. Ein Lenker oder eine Armlehne ist in dieser Situation oft nicht nötig und kann sogar im Weg sein.
Kondition aufbauen und entspannt trainieren
Wenn Sie neben dem Gehen auch gelegentlich joggen oder Intervalltraining machen möchten, brauchen Sie mehr. Denken Sie an eine höhere Höchstgeschwindigkeit, eine etwas längere Lauffläche und eine Stange zum Festhalten. Ein Motor mit ausreichender Leistung sorgt dafür, dass das Band bei jedem Schritt nicht langsamer wird.
Abnehmen und mehr Herausforderung
Für alle, die abnehmen oder die Intensität steigern möchten, ohne zu joggen, ist eine Steigungsfunktion interessant. Bergauf zu gehen beansprucht Ihre Muskeln und Ihr Herz stärker, während die Belastung für Ihre Gelenke begrenzt bleibt. Eine automatisch einstellbare Steigung ist praktisch, weil Sie während des Laufens wechseln können, ohne abzusteigen.
Wie viel Platz haben Sie zur Verfügung?
Ein Laufband nimmt immer Platz ein, auch wenn es kompakt ist. Es lohnt sich, vorher gut darüber nachzudenken.
Messen Sie den Platz für das Laufband aus
Messen Sie nicht nur den Boden, sondern auch den Platz rundherum. Hinter dem Laufband sollte nach Möglichkeit mindestens ein Meter frei bleiben, damit Sie bei Bedarf sicher absteigen können. Auch an den Seiten ist etwas zusätzlicher Platz angenehm. Wenn das Laufband unter einem Schreibtisch steht, prüfen Sie, ob die Schreibtischhöhe noch passt, wenn Sie auf dem Band stehen. Schließlich stehen Sie einige Zentimeter höher als sonst.
Nach der Nutzung verstauen
Viele entscheiden sich für ein Modell, das sich nach der Nutzung unter dem Sofa oder Bett verstauen lässt. Das funktioniert gut, aber nur, wenn der Platz darunter hoch genug ist. Messen Sie das vorher aus, denn hier machen ein paar Zentimeter wirklich einen Unterschied. Achten Sie auch auf das Gewicht. Rollen an der Vorderseite erleichtern das Verschieben erheblich. Lesen Sie außerdem in der Bedienungsanleitung nach, ob das Laufband aufrecht stehen darf. Bei manchen Modellen ist das nicht vorgesehen, weil der Anschluss oder der Motor dafür nicht ausgelegt ist.
Motor, Geschwindigkeit und Steigung
Der Motor ist das Herzstück des Laufbands. Bei einem Laufband für zu Hause kommt es vor allem darauf an, dass der Motor gleichmäßig und reibungslos läuft, auch bei längerer Nutzung. Ein zu schwacher Motor wird schneller heiß und beginnt eher zu ruckeln, insbesondere wenn jemand mit etwas mehr Gewicht darauf läuft.
Achten Sie außerdem auf den Geschwindigkeitsbereich. Zum Gehen reicht eine Geschwindigkeit von bis zu etwa 6 Kilometern pro Stunde. Wenn Sie auch joggen möchten, ist eine Höchstgeschwindigkeit von 10 bis 12 Kilometern pro Stunde angenehm. So wächst das Laufband mit Ihnen mit, wenn sich Ihre Kondition verbessert.
Eine Steigungsfunktion ist kein Muss, aber eine wertvolle Ergänzung, wenn Sie eine größere Herausforderung suchen. Manche Modelle bieten bis zu 10 oder sogar 12 Prozent Steigung. Das fühlt sich bereits wie ein zügiger Spaziergang bergauf an. Wenn Sie zwischen verschiedenen Modellen schwanken, können Sie in einer Übersicht über ein Laufband für zu Hause gut vergleichen, wie Geschwindigkeit, Steigung und Größe zueinander passen.
Lauffläche und Dämpfung
Die Lauffläche bestimmt, wie komfortabel Sie laufen. Eine schmale oder kurze Lauffläche fühlt sich eingeschränkt an, besonders bei höherem Tempo. Zum Gehen ist eine Lauffläche von etwa 40 Zentimetern Breite und 100 bis 120 Zentimetern Länge meist angenehm. Größere Menschen oder alle, die joggen möchten, profitieren von etwas mehr Länge.
Auch die Dämpfung ist wichtig. Eine gut gedämpfte Lauffläche fängt einen Teil der Stöße ab, die sonst Ihre Knöchel, Knie und Hüften belasten würden. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn Sie das Laufband täglich und über längere Zeit nutzen. Auch für die Nachbarn ist die Dämpfung angenehm, weil weniger Vibrationen auf den Boden übertragen werden.
Geräusche in der Wohnung
Ein Laufband, das viel Lärm macht, nutzen Sie weniger gern. Besonders in einer Wohnung, während eines Videoanrufs oder abends, wenn die Kinder schlafen. Der Lärm entsteht aus zwei Quellen: dem Motor und dem Auftreten Ihrer Füße auf dem Laufband.
Ein leiser Motor und eine gute Dämpfung helfen beide. Auch der Untergrund spielt eine Rolle. Auf einem harten Boden ist jeder Schritt lauter als auf einem Boden mit einer dämpfenden Schicht darunter. Möchten Sie mehr darüber erfahren, was Sie in der Praxis erwarten können, lesen Sie im Artikel darüber, wie leise ein Walking Pad wirklich ist, mehr über Geräuschpegel und ihre Bedeutung.
Benutzergewicht und Stabilität
Jedes Laufband hat ein maximales Benutzergewicht. Wählen Sie am besten ein Modell, dessen Höchstgewicht deutlich über Ihrem eigenen Gewicht liegt. Wenn Sie nahe an der Grenze sind, wird der Motor stärker beansprucht und die Teile verschleißen schneller. Ein Benutzergewicht von bis zu etwa 135 Kilo bietet den meisten Menschen ausreichend Spielraum.
Achten Sie auch darauf, wie stabil sich der Rahmen anfühlt. Ein Laufband, das wackelt oder knarrt, vermittelt wenig Vertrauen. Lesen Sie daher die Erfahrungen anderer Nutzer. Sie sagen oft mehr über die Stabilität im täglichen Gebrauch aus als eine Produktbeschreibung.
Bedienung, App und Zusatzfunktionen
Je einfacher die Bedienung, desto häufiger nutzen Sie das Laufband. Eine Fernbedienung, übersichtliche Tasten oder eine benutzerfreundliche App machen den Unterschied zwischen dem spontanen Aufsteigen und der Überwindung, die es kostet.
Eine App bietet oft mehr als nur die Bedienung. Sie können Ihre Schritte, die Entfernung und die Zeit erfassen, Trainingsprogramme absolvieren und Ihre Fortschritte verfolgen. Für viele Menschen ist das motivierend. Die Verbindung mit Apple Health oder anderen Gesundheits-Apps ist praktisch, wenn Sie Ihre Bewegung bereits mit einer Smartwatch oder einem Smartphone erfassen. Möchten Sie die App nutzen, um am Ball zu bleiben, bietet der Artikel über die Dreaver App als Accountability-Partner praktische Tipps.
Sicherheit und Untergrund
Ein paar einfache Maßnahmen machen das Training zu Hause deutlich sicherer. Stellen Sie das Laufband auf einen ebenen, stabilen Untergrund. Halten Sie Kabel aus dem Laufweg und sorgen Sie dafür, dass Kinder und Haustiere nicht an das Laufband gelangen können, wenn es eingeschaltet ist. Viele Laufbänder verfügen über einen Sicherheitsschlüssel oder eine automatische Stoppfunktion. Nutzen Sie diese auch wirklich.
Eine Matte unter dem Laufband ist außerdem eine sinnvolle Wahl. Sie schützt Ihren Boden vor Kratzern und Druckstellen, dämpft Vibrationen und hält Staub vom Motor fern. Eine spezielle Schutzmatte für unter das Laufband wurde dafür entwickelt und passt zu den Maßen eines kompakten Laufbands.
Pflege, die die Lebensdauer verlängert
Ein Laufband braucht wenig Pflege, aber es gar nicht zu warten, ist keine gute Idee. Bei jedem Schritt reiben das Band und die Lauffläche aneinander. Ohne Schmierung nimmt diese Reibung zu, sodass der Motor stärker arbeiten muss und das Band schneller verschleißt.
Deshalb schmieren Sie das Band regelmäßig mit Silikonöl. Wie oft das nötig ist, hängt davon ab, wie intensiv Sie das Laufband benutzen. In der Bedienungsanleitung steht meist eine Empfehlung. Verwenden Sie immer Öl für Laufbänder, das für diesen Zweck vorgesehen ist. Andere Ölsorten können das Band beschädigen.
Außerdem hilft es, das Laufband ab und zu abzuwischen, zu prüfen, ob es noch gerade läuft, und Staub rund um die Motorabdeckung zu entfernen. Das dauert nur ein paar Minuten und verhindert viele Unannehmlichkeiten.
Garantie, Service und Testphase
Ein Laufband ist eine Anschaffung, an der Sie jahrelang Freude haben möchten. Achten Sie deshalb auch darauf, was passiert, wenn etwas schiefgeht. Wie lange gilt die Garantie? Ist der Kundenservice gut erreichbar? Und können Sie das Laufband zu Hause ausprobieren?
Eine Testphase ist besonders wertvoll, weil Sie erst zu Hause wirklich merken, wie Ihnen ein Laufband gefällt. Wie klingt es in Ihrem Wohnzimmer? Passt es unter Ihren Schreibtisch? Benutzen Sie es tatsächlich so oft, wie Sie gedacht haben? Mit einer Testphase und der Möglichkeit, das Laufband gegebenenfalls zurückzugeben, beseitigen Sie einen Großteil dieser Unsicherheit.
So treffen Sie eine gut durchdachte Wahl
Wer ein Laufband kaufen möchte, sollte am besten beim eigenen Alltag anfangen. Wo soll das Laufband stehen? Wann werden Sie es benutzen? Möchten Sie vor allem gehen oder auch joggen und mit Steigung laufen? Mit diesen Antworten im Hinterkopf können Sie gezielt auf Größe, Motor, Lautstärke und Zusatzfunktionen achten.
Das beste Modell ist nicht unbedingt das Modell mit den meisten Funktionen. Es ist das Laufband, das so gut in Ihr Zuhause und zu Ihrem Tagesrhythmus passt, dass Sie ganz selbstverständlich daraufsteigen. So wird Bewegung nicht zu einer zusätzlichen Aufgabe, sondern zu etwas, das einfach zu Ihrem Tag gehört.

